Festakt zum 125-jährigen Gemeindejubiläum

Dieses denkwürdige Ereignis der Gemeinde Lübeck gab hinreichenden Anlass, sich im Kreis geladener Gäste, u. a. dem Stadtpräsidenten der Hansestadt Lübeck, Herrn Henning Schumann, der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), Frau Rosemarie Scharf sowie Mitgliedern der Jubiläumsgemeinde zu versammeln.

Nach einleitenden Worten sowie einem Willkommensgruß durch den Gemeindevorsteher, Daniel Marx, begann dessen strukturierter Vortrag zunächst zur historischen Abfolge mit einem Streifzug durch die Lübecker Altstadt zu den jeweiligen Versammlungsstätten.

 

Die geistlichen Ursprünge sind zurückzuführen auf rege Hamburger Missionstätigkeit. Diese begann im Jahre 1896. Die erste neuapostolische Christin wird bereits 1898 verzeichnet. Die eigentliche Gründung findet sodann am 01.01.1901 statt.

Bis zum ersten Weltkrieg ist die Gemeinde weitgehend mit Ausnahme eines ortsansässigen Priesters auf auswärtige Hilfe angewiesen. Der kontinuierliche Anstieg der Mitgliederzahl führt später zu zusätzlichen Gottesdiensten in der Marquard-Schule. Späterer Erwerb eines Kaufmannhauses in der Fischergrube durch die Kirchenverwaltung wurde notwendig. In der Nacht zu Palmsonntag 1942 erfolgte der Bombenangriff alliierter Fliegerstaffeln mit Zerstörung des Kirchengebäudes. Es musste auf verschiedene private Wohnstätten ausgewichen werden. Später versammelte sich die Gemeinde in der Staatsbauschule und in der Aula des Johanneums.

Die zunehmend steigende Mitgliederzahl führt nun zu weiteren Gründungen von Gemeinden in anderen Stadtteilen und Orten der Umgebung. Zudem entstehen Evangelisationsstationen in den Stadtteilen Brandenbaum und St. Jürgen.

Die Gründung mit anschließender Weihe eines neuen Kirchengebäudes auf dem ehemaligen Kirchengrundstück im Ellerbrook geschieht 1960. Die Mitgliederzahl betrug 1961 bereits 700 Glaubensgeschwister.

Im Zeitraum von 1981 bis 2026 erfolgten diverse bauliche Ergänzungen bzw. Baumaßnahmen. Als Ausweichquartier diente die Fachhochschule am Mönkhofer Weg.

Große Gottesdienste erlebte die Gemeinde am 31.07.1948 mit Stammapostel Bischoff, bereits in der neuen Kirche Stammapostel Schmidt am 07.07.1960 sowie Stammapostel Fehr am 07.05.1989.

Aus dem Gemeindeleben heraus entstanden Hilfsaktionen für Estland und den Ural, Wohltätigkeitskonzerte, eine Typisierung des DKMS unter großer Beteiligung der Bürger sowie regelmäßige Spenden für die Lübecker Tafel.

Weiterhin wurde in dem Vortrag auf die umfangreiche Musikarbeit hingewiesen unter etlichen Dirigenten: Finnland-Männerchor, Schwedenchor, Instrumentalgruppen, Kammermusikkreis und Orchester. 1963 fand die Weihung der Kemper-Orgel statt.

Der Vortrag widmete sich dann auch den jeweiligen Gemeindeleitungen seit Gründung. Hierbei fiel auf, dass der Gemeindeälteste Karl Baumgärtner am längsten (1928-1961) der Gemeinde vorstand.

Das Gemeindeleben zeigt sich sehr vielseitig in den Gruppen wie Kinder, Jugend, Senioren, Geistliche, Lehrkräfte, Kirchenreinigung und vieles mehr. Erwähnenswert ist auch die nunmehrige Vollmitgliedschaft in der ACK.

 

Im Anschluss folgte die Ansprache des Stadtpräsidenten Schumann mit sehr verbindlichen Worten des Dankes und der Wertschätzung als sozialer Beitrag für das Stadtleben. Auch seine Bibelfestigkeit beeindruckte.

Die Vorsitzende der ACK, Frau Scharf, ergänzte die Vorträge mit ihrem Eindruck über die segensreiche Bedeutung von Gemeinschaft zum Wohle der Gesellschaft.

Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen gestaltete Prof. Hartmut Rohmeyer, Orgel, zusammen mit unserer Glaubensschwester Maja Schmidt, Viola, ein würdiges Musikprogramm mit hohem Anspruch.

Dieser Festakt endete mit guten Gesprächen bei einem Umtrunk mit Fingerfood.