Standing Ovation für mitreißenden Sound

Anlass war das Benefiz-Konzert am Samstag, 12. Januar 2019, das zugunsten des Förder-Vereins „Unterstützung schwerstkranker und behinderter Kinder“ e. V. (mit Sitz in Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg) in unserer Lübecker Kirche veranstaltet worden ist.

Der Impuls dafür kam spontan, nachdem jemand von dem Schicksal eines an mehreren Hirntumoren erkrankten Kindes, das in Groß Grönau lebt, erfahren hatte. Von diesem Augenblick an ging es „Schlag auf Schlag“: Timo Schmidt organisierte „von jetzt auf gleich“ einen Projekt-Chor und Instrumentalisten. Die meisten von denen waren zum Glück in der Lage, die ausgesuchten Songs und Instrumentalstücke „vom Blatt“ zu spielen bzw. zu singen. Das war auch nötig, denn es standen nur zwei gemeinsame Proben zur Verfügung. Und das auch noch in einem äußerst knappen Zeitfenster (Freitagabend und Samstagvormittag -nachmittags um 17 Uhr war schon das Benefiz-Konzert!). 

Darüber hinaus hatte sich die liebe Frederike Baumgärtner der Mühe unterzogen, bei dieser Veranstaltung mit dem Bezirkskinderchor mitzuwirken. Auch für dieses Ensemble standen nur wenige Übungszeiten zur Verfügung. Umso erstaunlicher war nachher das Klang-Ergebnis während des Konzertes. Frederike hatte es mit der ihr eigenen Geduld und Geschicklichkeit geschafft, die Kinder zu einer begeisternden Leistung zu führen. Da merkte man, wie sehr sich die Kinder und ihre Dirigentin aufeinander abgestimmt hatten. Der körperliche Einsatz von Frederike machte es den Kindern leicht, mit hoher Konzentration zu singen. Auch sie setzten die „Körpersprache“ in sehr gezielter und hingebungsvoller Art ein. Ein Höhepunkt war auch die Darstellung von gottbezogenen Wunsch-Aussagen mit in die Höhe gehaltenen Buchstaben. Allein dieses einzustudieren muss ganz schön Mühe gemacht haben, denn die Buchstaben waren nicht einfach in die Höhe zu halten, vielmehr mussten sie auch in richtiger Reihenfolge und nach oben gehalten werden, damit es auch wirklich das gemeinte Wort wurde. Chapeau (!), liebe Kinder und liebe Dirigentin. Auch diese „Choreografie“ war bestens gelungen.

Der Benefizchor eröffnete den Abend mit den Gospels „God is our refuge“ (Gott ist unsere Zuflucht) und „Bridge over troubled water“ (Brücke über „unruhiges“ Wasser). Begleitet wurde er mit Keyboard und Percussions. Das brachte die Anwesenden (200!) schnell in eine wunderbare „Sound-Empathie“. Man konnte einfach nicht lange stillsitzen, denn der Rhythmus der Songs und die instrumentale Begleitung aktivierten das Verlangen nach eigener rhythmischer Beteiligung.

Auch das weitere Programm hatte es in sich. Höhepunkte daraus waren die vom Kinder- und Benefiz-Chor gemeinsam vorgetragenen Lieder. Beide Chöre und die Instrumentalisten vereinigten sich zu einem wunderbaren Klangkörper, der es leicht machte, dem Titel-Song des Abends zuzustimmen: „My life is in your hands“! Auch das Publikum konnte an bestimmten Refrain-Stellen tüchtig mitsingen und sogar körperlichen Einsatz zeigen.

Ganz anders war dagegen die Stimmung im Raum als die Flötensonate F-Dur von G. F. Händel zu Gehör gebracht wurde. Henny Mahler beherrschte ihr Instrument konzentriert und einfühlsam. Zu bewundern war die ausgezeichnete Atemtechnik, mit der sie die oft „halsbrecherischen“ Passagen dieses Meisterwerkes der Flötenmusik beherrschte. Der Laie fragt sich dann besorgt, wann sie wohl Atem holen wird. Timo Schmidt hatte die Orgel zur Begleitung gut „im Griff“. Beide stimmten von Takt zu Takt immer mehr überein. Die Zuhörer waren zutiefst in diesen Vortrag versunken. Der 1. Vorsitzendes des genannten Fördervereins (Herr Peter Schmid) brachte seine Gefühle mit bewegter Stimme zum Ausdruck, in dem er sagte: „Dass ich das noch erleben durfte. Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die mir (uns) eine so wunderbare Darbietung geschenkt haben.“

Anm.: Er konnte auch den stolzen Betrag von 2.100 € entgegennehmen, der an diesem Abend durch Spenden zusammengekommen war. Da kam er aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Als Sammler hatten die Kinder gewirkt. Es war beglückend zu sehen, mit welcher Freude sie diese Arbeit verrichtet haben. Und sie wussten auch schon ganz gut, welcher Geldschein was wert war!

 

Berichterstatter:

Günter Kämer